Ratgeber

Kann ich mit einer Klimaanlage auch heizen?

Ja – reversible Split-Klimaanlagen heizen effizient als Luft-Luft-Wärmepumpe. Für die ganze Wohnung reicht es meist als Zusatz, nicht als Ersatz für die Zentralheizung.

16. Juli 20262 Min. LesezeitKlimakraft Redaktion

Ja – mit einer reversiblen Klimaanlage kannst du heizen. Technisch ist sie eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Im Winter entzieht sie der Außenluft Wärme und gibt sie über das Innengerät ab. Gute Split-Geräte 2026 erreichen einen SCOP von 4,0 bis 5,2 – aus 1 kWh Strom werden bis zu 5 kWh Wärme.

Wie effizient ist das Heizen?

Der COP hängt von der Außentemperatur ab:

  • +7 °C: COP 4,0–4,5 (optimaler Bereich)
  • 0 °C: COP 3,2–3,8
  • −7 °C: COP 2,0–2,5
  • −15 °C: COP 1,8–2,5 (nur kältefeste Modelle)

Die reale Jahresarbeitszahl liegt bei 2,5 bis 3,5 – niedriger als bei einer Wärmepumpe, weil Frost und Abtauzyklen den Schnitt drücken. Für Übergangszeit und milde Wintertage ist das dennoch deutlich günstiger als reine Elektroheizung oder Gas bei aktuellen Preisen.

Klimaanlage vs. Wärmepumpe

Der Unterschied liegt im Einsatz:

  • Klimaanlage (Luft-Luft): Heizt einzelne Räume direkt über Raumluft – schnell, flexibel, kein Warmwasser
  • Wärmepumpe (Luft-Wasser): Versorgt Heizkörper oder Fußbodenheizung zentral – inklusive Warmwasser

Wichtig: Eine Klimaanlage ersetzt keine Zentralheizung mit Warmwasserbereitung. Als Zusatzheizung, Übergangslösung oder für einzelne Wohnbereiche ist sie aber sinnvoll – und oft günstiger in der Anschaffung.

Reversible Split-Geräte mit Kältemittel R290 (Propan) werden 2026 zum Standard – sie heizen zuverlässig bis −25 °C und erfüllen die verschärften EU-Vorgaben ab 2029.

Wann es sich lohnt

Eine Klimaanlage zum Heizen lohnt sich besonders:

  • In gut gedämmten Räumen oder Neubauten
  • Als Ergänzung zur bestehenden Heizung (Hybrid: ca. 20 % günstiger als reines Gasheizen)
  • In Wohnungen ohne zentrale Heizungsanlage
  • Wenn du ohnehin eine Klimaanlage für den Sommer planst

Kältefeste Premium-Modelle heizen zuverlässig bis −15 °C, manche bis −25 °C. Unterhalb davon übernimmt ein Elektro-Zusatzheizstab – dann sinkt die Effizienz auf COP 1,0. Seit 2026 können reversible Klimaanlagen zur Raumheizung über KfW 458 gefördert werden – bis zu 70 % Zuschuss, wenn das Gerät im BAFA-Portal gelistet ist.

Grenzen im Alltag

Eine Klimaanlage heizt den Raum, in dem das Innengerät hängt – nicht das ganze Haus gleichmäßig. Große Räume oder mehrere Etagen brauchen mehrere Geräte. Warmwasser für Bad und Küche liefert sie nicht. Wer nur einzelne Zonen beheizen will – etwa Büro, Schlafzimmer oder Anbau – spart damit trotzdem deutlich gegenüber einer fossilen Einzelheizung. Für die zentrale Gebäudeheizung bleibt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl. Im Sommer kühlt dieselbe Anlage – das macht sie besonders attraktiv für Wohnungen und Büros.

Fazit

Heizen mit Klimaanlage funktioniert und spart Strom – vor allem in der Übergangszeit und in gut gedämmten Räumen. Für ein ganzes Haus mit Warmwasser ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die bessere Lösung. Wer beides in Betracht zieht, sollte die Gesamtkosten über 15 Jahre vergleichen – nicht nur die Anschaffung. Vergleiche beide Optionen in der kostenlosen Beratung oder im Artikel Wärmepumpe vs. Gasheizung.

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